Neue Telekom Tarife mit einem faden Beigeschmack


Heute stellte die Telekom ihre StreamOn zusatzoptionen vor welche für diverse Streamingportale „unbegrenztes Datenvolumen“ verspricht.
Da auch Netflx dabei ist, geriet ich für eine kurze Zeit in Jubellaune und schaute mir das ganze etwas genauer an. Das Grinsen verging mir schließlich recht schnell.

Die Telekom schaltet sich offensichtlich als man in the middle dazwischen

Die Telekom eklärt in ihrem Blogpost:

Mit der Option StreamOn Music&Video (kostenlos zubuchbar ab MagentaMobil L) werden sämtliche Videoinhalte in für das Smartphone mobil-optimierter Übertragungsqualität dargestellt. Technisch entspricht dies einer Datenübertragungsrate von bis zu 1,7 MBit/s. Die zu übertragende Datenmenge wird dadurch erheblich reduziert – das hat folgende positive Effekte für euch:

  1. Das Bildergebnis auf dem Smartphone ist mit einer Auflösung von 480p mit DVD-Qualität vergleichbar und reicht somit für das Smartphone komplett aus.
  2. Ihr verbraucht durch Video-Streaming in Summe weniger Datenvolumen, weil die mobil-optimierte Übertragungsqualität nicht nur für teilnehmende Partner gilt, sondern auch für nicht teilnehmende Anbieter. Das heißt konkret: wenn ihr Videoinhalte teilnehmender Partner streamt, dann verbraucht ihr gar kein Datenvolumen. Und wenn ihr Videoinhalte nicht teilnehmender Anbieter streamt, dann verbraucht ihr durch die mobil-optimierte Übertragungsqualität weniger Datenvolumen.

Heißt im Kartext:
Die Telekom nimmt sich das Recht raus sich in meinen Netzwerktraffic dazwischenzuschalten und zu überwachen. Sobald ich einen Stream starte wird vermutlich dieser so gedrosselt das ein 480p Video (bzw wohl ein 720p bei VideoMax)  dabei herauskommt. Das Ganze wird nicht nur bei den Partnern der Telekom gemacht, sondern bei absolut allen Streams. Ob das auf das Datenvolumen angerechten wird oder nicht, entscheidet sich ob der Stream von einem „Partner“ kommt oder nicht.

 

Wenigstens kann man die 480p/720p Beschränkung aufheben wie die Telekom weiter eklärt:

Und falls ihr trotzdem vorübergehend Videoinhalte in einer noch höheren Auflösung streamen möchtet, dann könnt ihr unter pass.telekom.de die mobil-optimierte Übertragungsqualität für Videodienste für bis zu 24 Stunden ausschalten und vorübergehend Videoinhalte in HD-Qualität sehen – aber Achtung: In dieser Zeit verbraucht das Video-Streaming dann das Inklusiv-Volumen eures Tarifes. Dies gilt nicht für die Audio-Streaming-Dienste teilnehmender Partner, diese werden weiterhin nicht gegen das Datenvolumen gerechnet. Natürlich habt Ihr die Möglichkeit, die mobil-optimierte Übertragungsqualität für Videodienste  auch vor Ablauf der 24 Stunden jederzeit wieder zu aktivieren – nach 24 Stunden wird diese  automatisch wieder aktiv.

Die Telekom feiert sich hier sehr stark. Für mich ist das ganze doch recht bedenklich das es solche möglichkeiten überhaupt gibt. Ich möchte nicht automatisch von meinem Provider überwacht und ggf mitgeloggt werden. Wenn so ein System erstmal steht, ist es ein leichtes dies weiter auszubauen.

Erheblicher Wettbewerbsnachteil von „Nicht Partnern“

Wer kein „Partner“ der Telekom ist, hat einen erheblichen Wettbewerbsnachteil. Ich habe keine Ahnung was die einzelnen Anbiete an die Telekom zahlen um „Partner“ zu werden, aber für kleinere Dienstleister wird das nicht erschwinglich sein und dadurch noch weniger Chancen haben sich am Markt durchzusetzen das der Kunde doch lieber bei Dienstleistern bucht welche er auch unbegrenzt nutzen kann.

Mir gefällt diese ganze Entwicklung überhaupt nicht. Warum nicht einfach ein 50GB Tarif für 50€ ins leben rufen und 95% aller User wären zufrieden.


2 Kommentare


  1. Jo! Das ist die gleiche Nummer wie mit BingeOn in den USA von T-Mobile (USA).

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  2. Und in zwei Jahren beschweren sich wieder Politiker, dass es nur US-Unternehmen schaffen, hier groß zu werden. Und denken über sinnfreie und aktionistische Gesetze nach.
    Dabei wäre es so einfach gewesen: die Netzneutralität einfach nicht anzupassen… aber Lobbyisten sind nunmal stärker als der eigene Verstand, und auf die Nerds vom CCC hört man eh erst dann, wenn es zu spät ist…

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